Innenhöfe, die du von der Gasse nicht siehst
von inspired Redaktion
Salzburgs Altstadt ist eng gebaut, deshalb liegen ihre ruhigsten Flächen hinter den Häusern. Vier Höfe, die du beim Einkehren betrittst.
Die Altstadt ist dicht bebaut, deshalb liegen viele ihrer angenehmsten Flächen hinter den Fassaden statt davor. Einige dieser Höfe gehören zu Gastbetrieben und sind damit ganz unkompliziert zugänglich: Du gehst durch einen Durchgang und sitzt unter Kastanien oder Arkaden, während zwanzig Meter weiter der Gassenbetrieb läuft. Diese vier Adressen verbinden den Hof mit einer Karte, er ist also nicht nur Durchgang, sondern Ziel.
Das Sternbräu wird postalisch über die Griesgasse 23 geführt und ist über den Innenhof mit der Getreidegasse verbunden; historisch ist die Anlage mit Arkadenhof und Sternstöckl an der Getreidegasse 34 dokumentiert. Draußen liegen mehrere Gastgärten unter Kastanienbäumen, drinnen wechseln sich Bürgersaal, Braumeisterstube, SternLounge und SternZeit ab. Auf der Karte stehen österreichische Klassiker, leichtere Gerichte, Frühstück und Salzburger Tapas, dazu das naturtrübe Sternbier, das seit 2025 in Bioqualität von Stiegl gebraut wird. Der Name taucht erstmals 1542 auf.
Ein paar Schritte weiter, im St.-Peter-Bezirk, liegt das Stiftskulinarium in den Räumen der Benediktiner-Erzabtei St. Peter. Die eigene Hausgeschichte datiert die erste urkundliche Erwähnung auf 803. Der Ort funktioniert über die Bewegung durch seine Schichten: Willibaldarkaden, Felsenkeller, Stuben und Barocksaal liegen hintereinander, und der Arkadenhof ist der ruhigste Teil davon. Kulinarisch reicht das Angebot von einer österreichisch-mediterranen Karte bis zu saisonalen Degustationsmenüs, dazu kommen Abendformate wie das Mozart Dinner Concert.
Auf der anderen Salzachseite, in der Linzergasse 47 bis 49, hat der Alte Fuchs neben Gaststube und Fuchsbau auch einen Gastgarten und einen schattigen Innenhof. Damit kannst du dir die Sitzsituation nach Wetter und Stimmung aussuchen. Die Küche nimmt österreichische Klassiker als Ausgangspunkt: Schnitzel, Stelzen, Ripperl, Kasnocken, Suppen, Salate und Kaiserschmarrn, ergänzt um saisonale Ideen und regionale Zutaten. Dazu gibt es Wieninger Bier sowie Weine aus Niederösterreich und dem Burgenland. Der Kapuzinerberg beginnt praktisch vor der Tür.
Am Alten Markt gehört zum Café Tomaselli der 1860 errichtete Kiosk auf der gegenüberliegenden Seite, mit Garten unter alten Kastanienbäumen. Das ist kein Hof im engeren Sinn, funktioniert aber ähnlich: eine eigene, etwas abgesetzte Fläche mitten im Platzbetrieb. Im Stammhaus stehen Melange, Einspänner, hausgemachte Mehlspeisen, Eierspeisen und kleine herzhafte Gerichte auf der Karte. Die Kaffeehausgeschichte des Hauses reicht bis 1700 zurück; seit Mai 2026 führt GMS GOURMET den Betrieb.
Alle vier liegen so nah beieinander, dass sich ein Nachmittag daraus bauen lässt. Sinnvoll ist eine einfache Aufteilung: Kaffee am Alten Markt, Essen im Hof deiner Wahl, Ausklang auf der rechten Salzachseite. Bei Regen verlieren die Höfe ihren Sinn, dann sind bei allen vier Häusern die Innenräume die bessere Wahl, und die haben in drei Fällen ihre eigene Geschichte. Für die größeren Betriebe lohnt an Sommerabenden eine Reservierung, weil die Außenplätze zuerst vergeben sind.