Häuser, die vorher etwas anderes waren

von inspired Redaktion

Häuser, die vorher etwas anderes waren

Ein Bierlager unter der Festung, eine Kaverne im Mönchsberg, eine Villa und ein Haus aus 1654. Vier Salzburger Adressen mit sichtbarem Vorleben.

Viele Salzburger Gastbetriebe sitzen in Gebäuden, die für etwas ganz anderes errichtet wurden. Das ist mehr als eine Anekdote: Die frühere Nutzung prägt bis heute Raumhöhe, Licht, Akustik und die Art, wie du dich durch das Haus bewegst. Vier Beispiele, an denen sich das gut nachvollziehen lässt, vom Bierlager unter der Festung über eine Kaverne im Mönchsberg bis zu einer Villa an der Fürstenallee.

Der Stiegl-Keller in der Festungsgasse 10 heißt nicht so, weil es gut klingt. Die Betriebschronik erzählt, dass ab 1820 ein kühler Lagerkeller unter der Festung für das Sommerbier genutzt und 1838 die offizielle Ausschanklizenz erteilt wurde. Daraus entstand ein mehrgeschossiger Betrieb mit Gaststuben und einem dreistufigen Biergarten zwischen Festung und Dom. Auf der Karte stehen Wiener Schnitzel, Schweinsbraten, Backhendl und Salzburger Nockerl, dazu ProBIERbrettl mit drei, sieben oder vierzehn Bieren.

In der Augustinergasse 13 liegt das magazin in einer historischen Mönchsbergkaverne. Restaurant, Weinbar, Vinothek sowie ein Feinkost- und Lifestyle-Shop teilen sich diesen Raum, die Küche arbeitet international mit Einflüssen aus Österreich, Frankreich, Italien und Asien. Über dem Felsengewölbe schwebt eine Glasgalerie, die tagsüber als Seminarraum und abends als Feierraum genutzt wird; der Ort bleibt derselbe, nur der Anlass wechselt. Ein Innenhof ergänzt die Räume nach draußen, und Weine aus der Vinothek kannst du mitnehmen.

In der Riedenburger Straße 2, am Fuß des Mönchsbergs, steht das 1654 erbaute Haus Wartenberg. Der Weg in die Altstadt führt durch den Tunnel und dauert etwa 15 Minuten zu Fuß. Drinnen prägen antike Möbel den Aufenthalt, das Frühstück wird in der alten Gasstube oder bei gutem Wetter auf der Gartenterrasse beschrieben. Ein lokaler Bericht der Salzburger Nachrichten erzählt, dass Johannes Wächter Ziegel, Holzbalken und Eisentraversen vom Areal der ehemaligen Riedenburg-Kaserne gerettet und hier verbaut hat.

Wenn du auf die Vorgeschichte achtest, liest sich Salzburg anders. Der Keller erklärt, warum der Garten in Stufen liegt. Die Kaverne erklärt die Akustik. Die Villa erklärt die Raumaufteilung, das Gästehaus die Materialien. Alle vier Adressen sind in Betrieb, du buchst also einen Tisch oder ein Zimmer und bekommst die Geschichte gleich mit. Wer die Runde an einem Tag machen will, hat mit Festungsgasse, Augustinergasse, Riedenburger Straße und Fürstenallee vier Ecken der Stadt beisammen.

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