Ein Nachmittag am Mönchsberg
von inspired Redaktion
Dreißig Sekunden Aufzug trennen die Gstättengasse vom Waldweg. Oben liegen Kunst, Aussicht und zwei sehr unterschiedliche Tische.
Der Mönchsberg zieht sich als bewaldeter, von Wiesen unterbrochener Rücken mitten durch Salzburg. Zu Fuß führen mehrere Zugänge hinauf, aus Mülln, aus der Riedenburg, vom Toskaninihof und aus der Altstadt. Wer die Höhenmeter abkürzen will, nimmt den Aufzug. Oben ändert sich der Maßstab sofort: statt Gassen gibt es Wege, statt Fassaden Aussicht. Ein Nachmittag reicht, um Kunst, Spaziergang und eine Einkehr zu verbinden.
Der MönchsbergAufzug startet in der Gstättengasse 13 und überwindet 60 Meter in etwa 30 Sekunden. Oben stehst du direkt beim Museum der Moderne, daneben liegen die Aussichtsterrasse, das M32 und die Wege durch den Stadtberg. Die Fahrt ist damit Verkehrsmittel und Einstieg zugleich: Von der Bergstation kannst du ins Museum gehen, dich auf die Terrasse setzen oder einfach losspazieren. Für den Rückweg lohnt vorab der Blick auf die Ticketregelung.
Das Museum der Moderne liegt rund 60 Meter über der Altstadt und ist selbst Teil des Besuchs: Tageslicht, eine hohe zentrale Treppe, Untersberger Marmor und Ausblicke auf Festung, Skulpturenterrasse und Wald prägen das Haus. Das Programm reicht von Design, Fotografie und Architektur bis zu Malerei, Medienkunst und aktuellen Sonderausstellungen. Zur Sammlung gehören rund 55.000 Werke, allein die Foto- und Medienkunstsammlung umfasst mehr als 20.000. Begonnen hat das Museum 1983 im Rupertinum, der Standort am Berg kam 2004 dazu.
Im selben Gebäude sitzt das M32. Die Glasfassade macht die Altstadt zur sichtbaren Raumseite, dazu kommt die Terrasse. Die Karte verbindet österreichische und mediterrane Küche und reicht von Frühstück und Kaffee über Lunch bis zum Abendessen; die Website beschreibt saisonale Zutaten, österreichische Klassiker und mediterrane Einflüsse. Am Abend rücken Bar und Stadtlichter stärker in den Vordergrund. Für Feiern und Firmenanlässe sind exklusive Buchungen vorgesehen.
Wer den Nachmittag in einen langen Abend verlängern möchte, findet weiter oben am Berg das The Glass Garden im Hotel Schloss Mönchstein. Serviert werden zwei Menülinien von Küchenchef Simon Wagner, der die Küche seit Frühjahr 2024 prägt: das Menü 1350 und das vegetarische Menü Mönchstein, jeweils als Vier- oder Sechs-Gang-Menü. Der Raum liegt unter einer Stahl-Glas-Kuppel, im Zentrum hängt Dale Chihulys mundgeblasene Chrysolite-Aqua-Tower-Skulptur. Reservierung und passende Kleidung sind hier eingeplant.
Zwischen den Stationen bleibt Zeit für den Berg selbst. Wege führen an historischen Wehranlagen vorbei und zu Aussichtspunkten wie der Richterhöhe, die an den Historiker Eduard Richter erinnert. Weil an den alten Mauern gearbeitet wird, können einzelne Wege zeitweise anders geführt sein, etwa rund um das Bürgermeisterloch. Feste Schuhe und ein Blick auf die Beschilderung genügen. Wer lieber zu Fuß hinaufgeht, nimmt einen der Zugänge aus Mülln, der Riedenburg oder vom Toskaninihof und spart sich die Auffahrt.