Ein Abend in der Steingasse
von inspired Redaktion
Die Steingasse ist schmal, alt und am Abend dicht bespielt. Drei Adressen und ein Aufstieg, die den Weg vom Essen zum Drink zusammenhalten.
Die Steingasse zieht sich am rechten Salzachufer entlang, schmal, hoch bebaut und deutlich ruhiger als die Getreidegasse. Sie beginnt wenige Schritte von der Staatsbrücke und führt Richtung Mozartsteg. Für einen Abend ist das praktisch: Du kannst in Ruhe essen, danach die Gasse hinuntergehen und den Abend mit einem Drink beschließen, ohne dazwischen ein Verkehrsmittel zu brauchen. Diese Route beschreibt drei Stationen und einen möglichen Abstecher nach oben.
Am oberen Ende, in der Steingasse 65, liegt die Andreas Hofer Weinstube. Das Haus wird auf seiner Website als ehemaliges Handwerker- und Zunfthaus der Steinmetze, Maurer und Zimmerleute beschrieben, dazu passen rustikales Mobiliar und ein Wurlitzer im Raum. Auf der Karte stehen Suppen, Salate, Jausen, Kaspressknödel, Kasnocken, Schnitzel, Gulasch, Knödel- und Nockerlgerichte sowie österreichische Nachspeisen. Die Weinkarte verbindet offene österreichische Weine mit Flaschen aus Österreich und dem Ausland. Für größere Runden gibt es das Andreas Hofer Pfandl, das vorbestellt werden muss. Weil frisch gekocht wird, kann das Essen gelegentlich länger dauern.
Wenn du vor dem Essen noch Luft brauchst, führen aus dem Umfeld der Gasse mehrere Aufstiege auf den Kapuzinerberg, unter anderem Basteiweg, Imbergstiege und Doblerweg. Unterwegs liegen Kalvarienbergkapellen, das Kapuzinerkloster, alte Wehrmauern mit Basteien und der nach Stefan Zweig benannte Weg, der an seiner früheren Salzburger Wohnadresse vorbeiführt. Seit sich 1948 ein Gamsbock hierher verirrte, lebt am Berg eine kleine Kolonie. Der Wald bleibt trotz Stadtlage schattig und felsig, feste Schuhe sind sinnvoll.
Zurück unten, am anderen Ende der Gasse, verbindet Darwin's in der Steingasse 1 Café und Cocktailbar. Tagsüber gibt es Kaffeespezialitäten, später Cocktails und Spritz-Variationen. Der große Gastgarten ist der auffälligste Teil des Ortes und macht ihn im Sommer zum naheliegenden Zwischenstopp. Lokale Barführer beschreiben das Interieur als von Charles Darwin und Steampunk-Elementen inspiriert; diese Beschreibung stammt aus älteren Berichten, verlass dich also lieber auf deinen eigenen Eindruck.
Direkt am Beginn der Gasse, in der Steingasse 3, wird es lauter. Die Pepe Cocktailbar arbeitet mit südamerikanisch inspiriertem Flair und Latino-Rhythmen. Auf der Karte stehen Moscow Mule, Caipirinha, Mojito, Pisco Sour und eine Smoky Mezcalita, dazu Tequila, Mezcal, Rum, weitere Spirituosen und Drinks nach Barkeeper's Choice. Bis fünf Personen kannst du spontan vorbeikommen, größere Gruppen sollen reservieren. Wer den Abend verlängern möchte, findet auf der Website auch einen buchbaren Cocktailkurs.
Die Reihenfolge lässt sich drehen. Von der Staatsbrücke kommend beginnst du bei Pepe und arbeitest dich nach oben, vom Kapuzinerberg kommend andersherum. Beides funktioniert zu Fuß in wenigen Minuten, weil die Gasse selbst kurz ist und keine Steigung hat. Reservieren lohnt sich vor allem fürs Essen und für größere Gruppen. Wenn du den Aufstieg auf den Berg einbauen willst, leg ihn eher an den Anfang des Abends, dann hast du das Tageslicht noch auf deiner Seite.